Sie sind hier: DIABETEC DE > Fuß-Sprechstunde
Fuß-Sprechstunde

DIABETEC Fuß-Sprechstunde

Sie fragen, unsere Experten zur diabetischen Fußgesundheit antworten.

 

Dr. med Karl Zink Dr. med. Karl Zink
Diabetologe, Oberarzt Diabetesklinik Bad Mergentheim
Jürgen Stumpf Jürgen Stumpf
Orthopädieschuhmachermeister, Firmengründer IETEC Künzell

Ihre Frage zur diabetischen Fußgesundheit

01.01.2018

Frage von Karin S.

Karin S.

Sehr geehrte Herren, ich habe eine Frage bezüglich Nervenschädigung nach langer Diabetes. Meine Tante hat seit mehr als 40 Jahren Diabetes, seit einem Jahr leidet sie an brennenden Fußsohlen und seit mehreren Jahren am Restless Legs Syndrom das ein längeres Gehen auf Asphaltstraßen unmöglich macht. Welche Schuhe bzw. Einlagen können sie dafür empfehlen und gibt es Medikamente die diese Symptome eindämmen? Ich hoffe Sie können uns hier weiterhelfen. Vielen Dank.

Antwort von Dr. med. Karl Zink

Sehr geehrte Frau S., brennende Fußsohlen können im Rahmen der Polyneuropathie durchaus auftreten. Eine spezielle Einlagenversorgung hierfür gibt es nicht. Man kann eine gute anmodelierte Weichschaumeinlage versuchen, ob es was nützt muss man dann ausprobieren. Medikamente für die Symptome der Neuropathie gibt es durchaus, hier werden Medikamente aus den Gruppen der Antidepressiva, Antiepileptika und aus der Gruppe der Opiate eingesetzt. Hier kann ihnen ihr Diabetologe oder ein Neurologe weiterhelfen. Grundsätzlich sollte natürlich der Diabetes gut eingestellt werden und andere Nervengifte (Alkohol) gemieden werden.
24.12.2013

Frage von schwind

schwind

Hallo Herr Dr.Zink,
Vielen Herzlichen Dank für Ihre rasche Antwort. Sie haben recht, meine Mutter hat Durchblutungsstörungen an ihrem rechten Fuß. Allerdings hat sie verschiedene untersuchungen bekommen, wie mit Infusionen und Tabletten aber viel hat es nicht genutzt. Welche Behandlung würden Sie uns vorschlagen? Sie hatte Nieren Entzündung bekommen wurde mit Kortison und Chemotherapie behandelt. Die Nebenwirkungen brach bei der Lunge aus. die nieren hatten wir gerettet aber dafür was a deres bekommen. Muß jetzt mit Sauerstoff gerät leben. Ihre Rechte Fuß hat viel schmerzen und brennt von innen. Bitte geben sie mir einen Rat wie ich ihr helfen könnte. Danke im voraus und wünsche Frohe Weihnachten. Lg g. Schwind

Antwort von Dr. med. Karl Zink

Liebe Fam. Schwind, das ist so ohne Untersuchung nicht zu sagen. Es müsste versucht werden, über eine Gefäßaufdehnung oder Bypass-Operation die Durchblutung zu verbessern. Ob das technisch und vom Allgemeinzustand bzw. der Nierenfunktion her machbar ist, kann ich auf die Ferne nicht sagen. Sollte es nicht gelingen, die Durchblutung zu verbessern, droht die Amputation des Beines.
19.12.2013

Frage von schwind

schwind

Hallo, meine Mutter ist diabetikerin. Sie spritzt sich. Wir haben probleme mit ihrer Fusszaehn, diese werden blau und schmerzen sehr. Sie kann nachts wegen den schmerzen nicht schlafen. Wir hatten Ozonbehandlung machen lassen, diese war sehr erfolgreich. Nur wenn Sie den Fuss irgendwie gegen etwas stösst kriegt sie gleich die blaue flecken. Der Fuss ist sehr empfindlich geworden. Ich finde keine passende schuhe für Sie. Allerdings muss ich ihnen sagen, dass sie in der Türkei lebt. Sie hat sehr viel abgenommen. Der rechte fuss ist kalt. Wie kann ich die blauen flecken behandeln und gegen neue vorbeugen. Ich bitte sie um Rat. Mir tut es sehr leid, wenn ich sie leiden sehe.

Antwort von Dr. med. Karl Zink

Die Schilderung des Aussehens des Fußes sieht sehr nach einer Durchblutungsstörung aus. Die nächste Untersuchung wäre eine Dopplersonographie oder Farbduplexsonographie (beides Ultraschalluntersuchungen) oder gleich eine Röntgenuntersuchung der Beingefäße. Über das passende Schuhwerk kann man, ohne den Fuß gesehen zu haben, keine Empfehlungen geben. Fuß auf Blatt Papier stellen, Umriss des Fußes aufzeichnen, ausschneiden und schauen, ob das in einen Schuh reinpasst.

15.01.2013

Frage von andreas k.

andreas k.

nach teilamputation der grosszehe und komplett amputation des zehs daneben bekomm ich am fussballen immer wieder eine blase die regelmässig entfernt wird und auch schnell verheilt- nun soll ich für die arbeit ortopädische schuhe bekommen das es wichtig ist steht ausser frage aber nur für die arbeit oder auch privat? stecke bei weitem länger in arbeitsschuhen als in privaten danke für die antwort

Antwort von Dr. med. Karl Zink

Als erstes muss sichergestellt sein, dass der Fuß in den Schuh "hineinpasst", sprich das Volumen im Vorfußbereich und die Breite des Schuhes ausreichend ist. Ist das der Fall, würde ein sogenannter Schutzschuh ausreichend sein. Auf jeden Fall sollte der Schuh zur Druckentlastung im Ballenbereich eine Sohlenversteifung und eine Abrollsohle haben. Ist das Volumen bzw. die Breite nicht ausreichend, benötigen Sie auch für den Alltag einen handgemachten Maßschuh; ich würde auch hier dann zu einem eher hochschaftigen Schuh raten, damit wird auch das "Schieben" des Fußes auf dem Fußbett reduziert und die Blasenbildung bleibt auch aus. Und natürlich keine anderen Schuhe mehr außer die Diabetikerschuhe/Maßschuhe mehr tragen. Meistens entstehen die Wunden dann am zweithäufigst getragenen Schuh und das ist ihr "Hausschlappen"!
22.11.2012

Frage von Melanie Schmidt

Melanie Schmidt

Ich trage Spezialdiabetikereinlagen und spezielle Diabetikerschuhe, von meinem Arzt verordnet. Da ich auf dem Land wohne und unser Haus auf einer Anhöhe steht, habe ich Angst vor dem Winter. Neulich hat es bei uns schon einmal geschneit und ich habe Angst, dass ich mit den Diabetikerschuhen hinfallen könnte. Deshalb wollte ich wissen, ob ich meine Diabetikereinlagen in meine alten rutschsicheren Lammfell-Winterschuhe reinlegen kann?

Antwort von Jürgen Stumpf

Leider nein. Da die Spezialdiabetikereinlagen (Ich nehme an, es handelt sich um ein Paar diabetesadaptierte Fußbettungen.) ganz genauen Ausführungsbestimmungen unterliegen und dadurch zur Druckentlastung gewisse Einlagenstärken eingehalten werden müssen, passen diese nur in dafür vorgesehene Spezialdiabetikerschuhe (Diabetesschutzschuhe). Werden die diabetesadaptierten Fußbettungen in anderen, nicht speziell dafür vorgesehenen Schuhen getragen, kann es – weil es im Schuh viel zu eng wird – sehr schnell zu Wunden am Fuß kommen. Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt, ggf. Ihre Krankenkasse oder Ihren Orthopädieschuhtechniker, ob Sie ein Wechselpaar Schuhe für den Winter bekommen können.
21.11.2012

Frage von Pit Fröhlich

Pit Fröhlich

Kann jeder Mensch mit Diabetes einen Charcot-Fuß bekommen?

Antwort von Dr. med. Karl Zink

Nein, hier müssen mehrere Faktoren zusammenkommen, damit sich ein Charcot-Fuß entwickeln kann. Als erstes muss eine Polyneuropathie mit vollständigem Gefühlsverlust vorliegen, meist kommt es dann zu einer unbemerktem stärken Verletzung oder immer wieder auf den Fuß einwirkende Kräfte, so dass eine Knochenverletzung entsteht (Ähnlich dem wiederholten Umbiegen einer Büroklammer, nach ca 15 Biegungen bricht diese plötzlich durch). Unter diesen Voraussetzungen können dann plötzlich Stoffwechselvorgänge im Knochen ausgelöst werden, die zu einer Entzündungsreaktion (ohne Bakterien) führt und weitere Knochenauflösungen, Knochenbrüchen, Verrenkungen nach sich zieht.

20.11.2012

Frage von Else Wohlhaupt

Else Wohlhaupt

Obwohl ich regelmäßig meine Wunde am Großzehenballen vom Arzt behandeln lasse, besteht diese jetzt schon seit 8 Wochen und wird nicht kleiner.

Was kann ich tun?

Antwort von Dr. med. Karl Zink

Für eine fehlende Wundheilung gibt es viele Ursachen. Die häufigsten sind eine nicht ausreichende Durchblutung und / oder die unzureichende Druckentlastung. Die Durchblutungsstörung muss von ihrem Arzt ausgeschlossen werden. Hier kann die Untersuchung des Fußes mit Tasten der Fußpulse ausreichend sein oder es müssen die Gefäße mit Ultraschall untersucht werden.

Zur Druckentlastung benötigen Sie ein entsprechendes Hilfsmittel. Hier kommen Entlastungsschuhe, Orthesen oder Gipsverbände zum Einsatz. Das aller wichtigste hierbei: Sie müssen konsequent und ausschließlich getragen werden!

Zur Abheilung ist auch eine feuchte Wundbehandlung erforderlich. Hier wird ihnen ihr Arzt entsprechende moderne Verbandsprodukte verordnet haben (Hydrogel, Schaumplatten, Fettgazen etc.)

Eine Röntgenkontrolle sollte eine Knochenbeteiligung ausschließen.