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Fußwunde

Aus der Broschüre „Das Diabetische Fußsyndrom“ von Dr. med. Karl Zink

 

Behandlung einer Fußwunde

Eine Fußwunde sollte schnell zur Abheilung gebracht werden. Nicht nur, dass sie Ihre Lebensqualität aktuell beeinträchtigt, mit bestehender Fußwunde haben Sie ein sehr hohes Risiko, eine Amputation zu erleiden.

 

Nicht die Wunde ist das eigentliche Hauptproblem, sondern erst die hinzukommende Infektion des Gewebes oder auch des Knochens. Von der Wunde am Fuß kann sich die Infektion auf Ihren ganzen Körper ausbreiten und zu einer Blutvergiftung mit Fieber, Kreislaufreaktionen und Organversagen führen. Deshalb muss eine Infektion sofort mit Antibiotika und manchmal auch dem Eröffnen des Infektionsherdes behandelt werden.

 

Die lokale Wundinfektion erkennen Sie möglicherweise an der Rötung und Überwärmung der Wundumgebung, Geruchsbildung, Verfärbung der Wundränder, Eiterausfluss und verstärkter Belagbildung auf der Wunde.

 

Zum Abheilen der Fußwunden sind u. a. zwei Faktoren wichtig:

  • Die Durchblutung muss ausreichend sein
  • und die Wunde muss vollständig druckentlastet werden.

 

Die Wundbehandlung mit modernen Wundprodukten kann unterstützend wirken, aber Defizite in der Druckentlastung und Durchblutungsstörung nicht ausgleichen.

 

Wundbehandlung

Wunden, die zur Abheilung gebracht werden sollen, müssen feucht behandelt werden. Hierzu gibt es viele moderne Wundauflagen und Verbandsstoffe. Mit diesen ist es auch möglich, die Verbandswechsel deutlich seltener durchzuführen. Je nach Wundheilstadium und Zustand der Wunde wird Ihr Arzt einen entsprechenden Verband auswählen und die Wechselintervalle festlegen.

 

Derjenige, der den Verbandswechsel durchführt, sollte sich vorher die Hände desinfizieren und Handschuhe tragen. Nach Abnahme des alten Verbandes die Wundumgebung desinfizieren. Die Wunde selbst sollte bei Infektfreiheit  nicht desinfiziert werden, ggf. nur mit Ringerlösung gespült werden oder mit einer feuchten Kompresse ausgewischt werden. Auch Ausduschen unter fließendem Wasser ist möglich.

 

Endlich abgeheilt

Auch dann bleiben Sie weiterhin ein Hochrisikopatient für das Auftreten von erneuten Fußwunden. Einer von drei Patienten erleidet innerhalb der nächsten 12 Monate eine erneute Wunde! Die kleinste Unachtsamkeit, das kurze Tragen falschen Schuhwerks oder auch eine ungewohnte, wenn auch nur kurze Belastung, können eine neue Wunde auslösen. Hier sind in der Praxis ungewöhnliche Arbeiten, wie zum Beispiel Bodenverlegen oder Gartenarbeiten im Knien, was zu Ulzerationen der Zehenspitzen führen kann, die Obsternte auf abschüssigem Gelände oder die ausgedehnte Wanderung, die auch im gut passenden und bisher immer getragenen orthopädischen Maßschuh zu großen Hautablederungen an der Fußsohle führen kann, zu nennen.

 

Regelmäßige Fuß-Inspektionen durch Sie selbst

Neue Wunden entwickeln sich rasch und durch die Neuropathie unbemerkt. Deswegen müssen Sie selbst täglich Ihre Füße anschauen und untersuchen. Sind Sie dazu nicht mehr in der Lage, muss diese Untersuchung Ihr Lebensgefährte oder wenn möglich Angehörige übernehmen. Bei Auffälligkeiten stellen Sie sich bitte sofort bei Ihrem Fußbehandlungsteam vor.